Miniatur Wunderland Hamburg

Das Miniatur Wunderland (MiWuLa) in Hamburg ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt. Sie befindet sich in der historischen Speicherstadt (Weltkulturerbe 2015) und wird von der Miniatur Wunderland Hamburg GmbH betrieben. Auf der 1490 Quadratmeter großen Anlagenfläche liegen insgesamt 15,4 Kilometer Gleise (Stand Oktober 2016) im Maßstab 1:87 (Nenngröße H0; entspräche in der Realität etwa 1340 Kilometer Gleise), auf denen rund 1040 digital gesteuerte Züge verkehren.


Im Sommer 2000 war Frederik Braun, einer der Gründer des Miniatur Wunderland, in Zürich im Urlaub. Dort kam ihm in einem Modelleisenbahngeschäft die Idee zur größten Modelleisenbahnanlage der Welt. Zu Hause suchte Frederik E-Mail-Adressen aus dem Internet und startete eine Umfrage zur Beliebtheit echter und fiktiver Sehenswürdigkeiten von Hamburg. Das Miniatur Wunderland wurde, obwohl es noch nicht existierte, von den männlichen Befragten auf Platz 3 gewählt. Nach eigenen Angaben der Brüder Gerrit und Frederik Braun entstand die ursprüngliche Idee für das MiWuLa inklusive Finanzierungsplan auf zwei DIN-A4-Blättern. Geldgeber war die Hamburger Sparkasse, unterstützt durch Bürgschaften der Eigentümer und später zum Bau eines ersten Bistros der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg.


Nach dem Baubeginn im Dezember 2000 gingen am 16. August 2001 die ersten drei Anlagenabschnitte (Knuffingen, Mitteldeutschland und Österreich) in Betrieb. Seither wurden ständig neue Anlagenteile ergänzt. Mit der Fertigstellung des Abschnitts Hamburg, deutsche Küste im November 2002 wurde das Wunderland die größte Modelleisenbahn in Europa. Die Erweiterungen im Dezember 2003 (USA) und Juli 2005 (Skandinavien) brachten die Hamburger schließlich an ihr Ziel, die größte Modelleisenbahnanlage der Welt zu bauen. Die Anlage wurde ohne öffentliche Gelder finanziert. Am 26. März 2010 bekamen die Unternehmensgründer Frederik und Gerrit Braun sowie Stephan Hertz für ihr soziales Engagement das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Im Jahr 2012 wurde das Miniatur Wunderland für den Michelleti Award, als bestes Technik- und Industriemuseum Europas, nominiert.


Am 5. Dezember 2012 kam der zehnmillionste Besucher in das Miniatur Wunderland, am 13. August 2014 waren es zwölf Millionen Besucher. Am 10. September 2015 setzten Gerrit und Frederik Braun das fehlende Gleisstück zwischen der Schweiz und dem neuen Italien-Abschnitt. Somit erweiterten sie die Gleislänge von 13.000 Metern auf 15.400 Meter. Dies wurde von einem Guinness-Richter festgehalten, der anschließend die Urkunde für den neu aufgestellten Weltrekord überreichte. Der neue 190 Quadratmeter große Abschnitt Italien („Bella Italia“) wurde nach vier Jahren Bauzeit mit 180.000 Arbeitsstunden und Kosten von rund vier Millionen Euro am 28. September 2016 eröffnet.


Am 2. Dezember 2016 wurde der 15 Millionste Besucher empfangen. Allein 2016 wurden rund 1,3 Millionen Besucher im Miniatur Wunderland erwartet. Rund drei Viertel der Besucher kommen aus Deutschland, das übrige Viertel aus dem Ausland, vor allem aus Dänemark, der Schweiz, Österreich, England, den USA und aus China. Die Besucher gehen in einem langen Flur zwischen verschiedenen Räumen hin und her. Die Züge fahren an den Raumwänden und auf halbinselartigen Ausbuchtungen. Die Anlage besteht (Stand September 2016) aus neun fertiggestellten Abschnitten von jeweils 60 bis 300 m² Modellfläche:


Die ersten drei Abschnitte wurden parallel erstellt. Sie zeigen Mittel- und Süddeutschland mit dem Harz, außerdem verfügt es über eine lange ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse. Die fiktive Stadt Knuffingen erhielt als Besonderheit ein Straßensystem mit fahrenden Autos. Im Abschnitt Österreich ging es um die Umsetzung des Themas Alpen, unter anderem durch einen vielstöckigen Wendel, von dem aus Züge aus den übrigen Abschnitten die Flurseite über den Köpfen der Besucher wechseln. Die nächste Ausbaustufe umfasst den Abschnitt mit dem Thema Hamburg, deutsche Küste. Der USA-Abschnitt enthält unter anderem Las Vegas, Miami, etwas Wilden Westen, wieder ein System mit fahrenden Autos und einen Weltraumbahnhof.


Der Abschnitt Skandinavien setzt den Schwerpunkt mit einer echten Wasserfläche: In der 30.000 Liter großen „Nord-Ostsee“-Meereswanne sollen in Zukunft computergesteuerte Schiffe verkehren. Zurzeit wird noch manuell gesteuert. Auch Ebbe und Flut werden hier simuliert. Das „Meer“ wird von einer Miniatur-Storebeltbrücke überquert. Ein Bergwerksbetrieb erinnert an Kiruna. Die über zwei Etagen reichenden Schweizer Alpen sind den Landschaften der Kantone Tessin und Graubünden nachempfunden und wurden im November 2007 fertiggestellt. Durch einen Deckendurchbruch auf einer Gesamtfläche von 100 m² erreichen die Berge fast sechs Meter Höhe. Die Besucher erreichen diese neue Ebene über Treppen, während die Züge in verdeckten Kehren und in einem Loklift die Höhenunterschiede überwinden.


Der Abschnitt „Knuffingen Airport“ wurde im Mai 2011 nach rund sechs Jahren Bau und Entwicklungszeit und 3,5 Millionen Euro Investitionen eröffnet. Zu sehen ist ein 150 m² großer Flughafen mit einer weltweit einzigartigen Flughafensteuerung. Ein kleiner Abschnitt ist die Hafencity mit der Elbphilharmonie. Im Mai 2012 wurde mit der Planung angefangen und im August desselben Jahres mit dem Bau. Insgesamt 9 m² standen zur Verfügung, auf dieser Fläche wurden 10 ausgewählte Häuser aufgebaut. Die Eröffnung war am 13. November 2013 und wurde per Livestream übertragen. Im Jahr 2014 wurde ein Ausflug nach Italien gemacht, um viele Eindrücke des Landes zu sammeln. Diese wurden in den 9. Bauabschnitt „Italien“ eingebracht. In diesem Abschnitt sind einige Sehenswürdigkeiten Roms, sowie Landschaften wie die Toskana oder der ausbrechende Vesuv zu sehen. Der Bauabschnitt Italien, der seit September 2016 für die Besucher zugänglich ist, wird in einem extra angelegten Blog vorgestellt. (Text: Wikipedia)