Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit im Bezirk Harburg - Die Linken-Fraktion vermutet Deal

Sozialdemokraten opfern Sozialdezernat für Wiederwahl des Bezirksamtsleiters

"Die Besetzung der Leitung des Harburger Dezernats für Soziales, Jugend und Gesundheit mit einer CDU-Frau lässt auf einen politischen Deal schließen. Welchen Grund sollte der SPD-Bezirksamtsleiter Thomas Völsch sonst haben, die Stelle mit einer studierten Historikerin zu besetzen, deren Nähe zur CDU nicht zu übersehen ist?", fragt sich Sabahattin Aras, für die Fraktion der LINKEN. in der Harburger Bezirksversammlung. "Einmal mehr hat sich offenbar in dieser Koalition die CDU durchgesetzt, und nun wurde das Sozialdezernat für die Wiederwahl des Bezirksamtsleiters von den Sozialdemokraten geopfert.


Es dürfte sich um eine bittere und folgenschwere Entscheidung handeln. Schließlich steht das Sozialdezernat vor schwierigen strategischen Entscheidungen. Hier hätten wir uns eine erfahrenere Fachperson gewünscht", ergänzt der Fraktionsvorsitzende Jörn Lohmann. "Wir gehen davon aus, dass sich Frau Dr. Jobmann in der nächsten Sitzung der Bezirksversammlung den gewählten Abgeordneten vorstellen wird und wir sie nach ihren Arbeitsvorstellungen und zu unterschiedlichen Einschätzungen in der Sozialpolitik befragen können", erklärt Lohmann abschließend.


Kay Wolkau Die Fraktion der Neuen Liberalen hat Fragen an die Bezirksversammlung

Auch bei den Neuen Liberalen scheint es Fragen zu dieser Personalentscheidung zu geben. In einer heute eingereichten so genannten "Kleinen Anfrage" wollen die Abgeordneten genaue Auskunft darüber, wie die Stelle ausgeschrieben wurde. Mit mehr als 370 Mitarbeitern trage die Dezernentin eine hohe Verantwortung, vor dem Hintergrund wolle man Details wissen. " Der Ernennung zum Dezernatsamt geht ein entsprechendes verwaltungsinternes Bewerbungsverfahren bzw. Auswahlverfahren voraus. Es entspricht langjähriger Erfahrung nicht nur in Harburg, dass bei der Besetzung von Dezernentenposten nicht immer nur Kriterien wie Eignung und Leistung sondern auch politische Vorlieben für den einen oder den andere Kandidierenden bei der Bewerberauswahl eine Rolle spielen", heißt es in der Anfrage.


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    Über den Autor

    Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

    Andreas Scharnberg Redakteur

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