DRK und Gospel Train auf Charity-Tour in Lettland

Los ging es in Harburg zunächst mit dem Bus. Am Flughafen Berlin-Tegel stiegen die Jugendlichen dann um ins Flugzeug, das sie in zwei Stunden in die lettische Hauptstadt Riga brachte. Mit dabei war, neben Chorleiter Peter Schuldt und einigen begleitenden Eltern, auch DRK-Vorstand Harald Krüger, der die Idee zu der viertägigen Benefiz-Konzertreise hatte. Das Harburger Rote Kreuz und das Lettische Rote Kreuz in Riga verbindet seit langem eine enge Partnerschaft. „Neben den Erlösen aus den Konzerten, die in voller Höhe an das Lettische Rote Kreuz für die dort bitter nötigen Hilfsprojekte gehen, bringen wir junge Leute aus Europa zusammen. Die Jugendlichen sollen sich kennen und verstehen lernen“, erläuterte Krüger die Ziele der Reise. Gospel Train-Chorleiter Peter Schuldt ergänzte: „Zu sehen, wie andere leben, denken, singen, speisen, feiern, erweitert den Horizont. Das ist ein Beitrag zur Völkerverständigung."


In den baltischen Ländern wird Gesang traditionell groß geschrieben. „Die Konzerte finden in den zwei schönsten Konzertsälen Lettlands statt“, so DRK-Vorstand Krüger. Geboten wird dem Publikum ein Mix aus Pop, Klassik und Soul. „Alles natürlich im typischen Gospel Train-Sound“, erklärt Chorleiter Schuldt. Ein Höhepunkt der Reise ist neben der Musik auch ein Empfang in der Deutschen Botschaft in Riga. Daneben gibt es eine Stadtführung und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung vor Ort sowie die Konzerttechnik konnten aus großzügigen Spenden sowie verschiedenen Benefiz-Aktionen finanziert werden. „Wir bedanken uns bei allen, die dazu beigetragen haben, dass diese Charity-Konzertreise realisiert werden konnte.


Die Spender unterstützen damit die soziale Arbeit in einem Land, in dem das monatliche Durchschnittseinkommen bei etwa 650 Euro liegt. Bei Lebenshaltungskosten, die kaum niedriger sind als bei uns, bedeutet das für viele Menschen ein Leben am Rande des Existenzminimums“, weiß DRK-Vorstand Krüger. Das Lettische Rote Kreuz, das kaum staatliche Unterstützung erhält, engagiert sich unter anderem für Obdachlose. Es betreibt etwa 30 Gesundheitsstationen, in denen Bedürftige medizinisch und pflegerisch versorgt werden, unterhält ambulante Pflegedienste und ist Träger von Sozialzentren, in denen mittellose Menschen sich duschen können, Bekleidung und Lebensmittel bekommen sowie Beratungen erhalten.
„Lettland und das Baltikum sind zwar geografisch gar nicht weit weg, aber hierzulande noch bei vielen Menschen weiße Flecken auf der persönlichen Landkarte", so Krüger weiter. "Dabei lohnt es sich unbedingt, dorthin zu reisen. Die Menschen sind sehr herzlich und freundlich, die Landschaft ist wunderschön.


Gleichzeitig hat Lettland aber auch große soziale Herausforderungen zu meistern. Deshalb brauchen die Letten unsere Unterstützung in Form von Geld- und Sachmitteln, aber ebenso auch das Gefühl, ein Teil Europas zu sein. Dass sich gerade junge Menschen über die Grenzen hinweg kennenlernen, ist in diesen Zeiten, in denen Europa von politischer Spaltung bedroht ist, besonders wichtig. Es ist ein Beitrag für eine friedliche Zukunft.“ Die Partnerschaft zwischen dem DRK Harburg und dem Lettischen Roten Kreuz in Riga besteht bereits seit langem. Sie kam nach einer ersten Reise von DRK-Vorstand Harald Krüger nach Lettland im Jahr 2004 zustande. Im gleichen Jahr wurde das Land, das nur etwas mehr als zwei Millionen Einwohner hat, Mitglied der Europäischen Union. Zu der Rotkreuz-Freundschaft gehören Erfahrungsaustausch und Begegnungen auf vielen Ebenen sowie Hilfsgütersendungen, Fahrzeugspenden und auch direkte finanzielle Unterstützung, etwa für die Renovierung des Sozialzentrums Kauguri in Jurmala an der Ostsee nahe der Hauptstadt Riga.

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    Über den Autor

    Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

    Andreas Scharnberg Redakteur

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