Polizei gibt Einblick in die Kontrollgruppe Autoposer

Tobias Hänsch (34) ist Leiter der Kontrollgruppe "Autoposer".

Hört sich noch nicht einmal schön an: Bei diesem Porsche wurde der Mittelschalldämpfer entfernt. Tobias Hänsch (34) ist Leiter der speziellen Einheit, die Kenntnisse der Autoposer-Szene im gesamten Stadtgebiet hat. Durch die konspirative Herangehensweise an die Szene gelingt die Beweisführung hervorragend. Erst gestern hat die Kontrollgruppe das Fahrzeug eines 47-jährigen Hamburgers in Obhut genommen. Bei erlaubten 50 Km/h war der Fahrer eines Porsche Panamera 4S in der Süderstraße mit 97 Km/h unterwegs, gemessen hat das ein hinterherfahrendes Provida-Fahrzeug der Verkehrsstaffel West. Den Beamten fiel im Rahmen der Überprüfung ein sehr lautes Fahrgeräusch auf, daraufhin wurden Beamte der Kontrollgruppe Autoposer nachgefordert. Bereits vor Ort wurde eine Abweichung von mehr als 20 dB bei der Schallpegelmessung festgestellt. Das Standgeräusch darf gemäß Zulassungsbescheinigung max. 72 dB betragen, gemessen wurden 96 dB. Daraufhin wurde das Fahrzeug sichergestellt, da die Betriebserlaubnis nicht mehr gegeben war. Bei einer Überprüfung durch den Gutachter wurde heute festgestellt, dass der Mittelschalldämpfer entfernt wurde.


Die Werkzeugkiste der Polizei ist etwas speziell. "Wir sprechen hier von Autos, die teilweise mehr als 100 000 Euro kosten. Und die Fahrer betreiben dann unvorstellbar billiges Tuning, indem sie zum Beispiel einfach Löcher in Rohre flexen und das Auto damit praktisch total entwerten", sagt Hänsch. Neben dem Bußgeld muss der Fahrzeughalter die Kosten des Gutachters, der Sicherstellung und aller Nebenkosten zahlen, ein nicht ganz günstiges Hobby. Besonders auf der B5, der Kieler Straße und im Bereich des Elbtunnel wird gern schnell gefahren, dass seien aber natürlich bei weitem nicht alle Strecken, die unter ständiger Beobachtung stehen. Oft werden auch von Anwohnern oder anderen Autofahrern Hinweise auf illegale Rennen gegeben, dann müssen die Ermittler selbst zeigen, was sie können. Nur wenn eine gute Beweissicherung gelingt, besteht Chance auf eine angemessene Strafe. Der Eigentümer des Porsche erhält nochmal Gelegenheit, sein Fahrzeug wieder in einen Zustand zu versetzen, der eine Betriebserlaubnis ermöglicht.

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    Über den Autor

    Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

    Andreas Scharnberg Redakteur

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