Autofahrer umfährt Halbschranke an Bahnübergang und prallt mit Zug zusammen - Fahrer flüchtet mit PKW

Er hielt mit der Fahrzeugfront im Gleisbett an und versuchte, als er den herannahenden Metronom-Zug bemerkte, noch zurückzusetzen. Einen Zusammenstoß konnte er dadurch allerdings nicht mehr verhindern. Auch der Lokführer des mit ca. 100 km/h fahrenden Metronom hatte trotz einer Gefahrenbremsung keine Möglichkeit mehr vor der Kollision den Zug zum Stehen zu bringen. Da zunächst davon ausgegangen wurde, dass es bei dem Unfall zu erheblichen Schäden und Verletzungen bei den Autoinsassen gekommen sein müsste, wurden neben Notarzt und mehreren Rettungswagen auch die Ortswehren Nottensdorf, Horneburg und Dollern alarmiert. Am Einsatzort eingetroffen konnte dann aber trotzt sofortiger Suche kein Unfallfahrzeug aufgefunden werden, nur diverse Fahrzeugtrümmerteile lagen auf dem Bahnübergang und im Gleichbett. Der ca. 100 Meter weiter stehende Metronom wurde bei dem Unfall erheblich beschädigt, die Fahrgäste bleiben unverletzt. Der Lokführer erlitt einen Schock und musste vom Rettungsdienst betreut werden.


Über die anschließende Halterermittlung konnte dann festgestellt werden, dass der Sohn der Fahrzeughalters mit dem BMW unterwegs war. Er hatte dann den Unfall verursacht, war nach dem Zusammenstoß im Schock weitergefahren und hatte anschließend einige hundert Meter weiter in Richtung Bliedersdorf angehalten und gewartet ohne sich bemerkbar zu machen. Sein BMW war durch die starke Beschädigung nicht weiter fahrbereit, der 18-Jährige war bis auf einen Schock unverletzt. Nach den erforderlichen Aufräumarbeiten und Untersuchungen konnte der Zug nach Freigabe durch den Notfallmanager der Bahn seine Fahrt mit einem Ersatzlokführer bis nach Stade fortsetzen, die Fahrgäste wurden von dort mit Bussen weiter in Richtung Cuxhaven transportiert. Die ca. 45 eingesetzten Feuerwehrleute unterstützten die Polizei bei der Suche nach dem Unfallfahrzeug, leuchteten die Unfallstelle aus und halfen bei Aufräumarbeiten sowie bei der Verkehrsregelung am Einsatzort.


Die vorsorglich alarmierte Bahnerdung der Feuerwehr brauchte nicht mehr eingesetzt werden, da eine Evakuierung des Zuges vor Ort nicht erforderlich wurde. Der Bahnverkehr zwischen Buxtehude und Stade musste für ca. 1,5 Stunden vollständig eingestellt werden. Der angerichtete Gesamtschaden wird auf über 10.000 Euro geschätzt. Der 18-jährige Fahrzeugführer wird sich jetzt nach dem nun folgenden Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr und Verkehrsunfallflucht verantworten müssen. Zusätzlich werden vermutlich Schadensersatzansprüche wegen des Bahnausfalls auf ihn zukommen.

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    Über den Autor

    Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

    Andreas Scharnberg Redakteur

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